Bücher-Countdown Nr.8

Zufallsfund in einer Buchhandlung – und was für einer! Dem Jugendroman FÜR FREIHEIT, KUNST UND MAYONNAISE von Kate Hattemer (Carlsen Verlag) gelingt es, auf amüsante Weise den Nerv einer ernsten Frage zu treffen, die  viele Jugendliche umtreibt – und nicht nur sie: Wo ist die Grenze zwischen dem echten Leben und seiner attraktiven, bildschirmtauglichen Aufbereitung? 

Wo hört die Realität auf, wo beginnt die Show?

VON FREIHEIT, KUNST UND MAYONNAISE spielt an einer amerikanischen Kunst-High-School, die jeden Ausdruck von kreativem Talent fördert. Diese kleine Welt von angehenden Tänzerinnen, Schriftstellern, Opernstars und Designern wird von einem Fernsehsender zum Ort für eine Reality-Show erkoren, deren Teilnehmer um ein bedeutendes Stipendium für das Studium an einer Kunstakademie wetteifern.

Viele Schüler sind davon begeistert, aber nicht alle: Der Ich-Erzähler Ethan und seine drei Freunde spüren, wie das kreative Leben an ihrer Schule mehr und mehr von der Fernsehshow mit ihren kommerziellen Interessen und ihrer oberflächlichen Unterhaltungs-Versessenheit vereinnahmt wird. Die vier beschließen, ihre Mitschüler wachzurütteln – durch anonyme Gedichte, die sie mit ihren vereinten künstlerischen Fähigkeiten schreiben, gestalten, drucken und an der Schule verteilen.

Die Spirale der unendlichen Unterhaltung

Was dann geschieht, könnte kein Kulturkritiker besser darlegen und kein Schriftsteller plastischer und unterhaltsamer erzählen als Kate Hattemer: Der Fernsehsender versucht, das Gedicht samt seinem Schöpfer zu einem besonders subversiven und kreativen Teil der Reality Show zu machen.

Die Freundschaft zwischen Ethan, Jackson, Luke und Elizabeth gerät ebenso ins Wanken wie ihr Vertrauen in die Schule. Sie wollen einen Ausweg finden aus einer Spirale, in der jede Form des Protests nur zu einem weiteren, größeren und besonders aufregenden Trumpf der Unterhaltungsindustrie wird.

Komplexes Thema, spannende Story

Wie sie das anstellen wollen, sei an dieser Stelle nicht verraten. Stattdessen sei erwähnt, dass es FÜR FREIHEIT, KUNST UND MAYONNAISE  gelingt, ein sehr komplexes Thema in einen sehr amüsanten und fesselnden Jugendroman zu gießen. Mit dem Zwiespalt zwischen dem authentischen Leben und seiner Aufbereitung für den Bildschirm beschäftigen sich fast alle Teenager bewusst oder unbewusst. Kate Hattemer macht aus diesem Thema ein Leseerlebnis, das Jugendliche ab etwa 14 Jahren mitnimmt durch den spannenden, vielfach verschlungenen Parcours einer einfallsreichen Story.

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