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Kopenhagen mit Kindern: Was in 24 Stunden alles geht

Bringt’s das? Ein Abstecher nach Kopenhagen aus dem Schweden-Urlaub; einmal über den Öresund und zurück, dazwischen 24 Stunden in der dänischen Hauptstadt? Diesmal ist die ganze Familie einer Meinung: Ja, lohnt sich. Und wie. Denn in 24 Stunden Kopenhagen ist einiges möglich.

1. EINE BOOTSRUNDFAHRT MACHEN

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Die perfekte Form des Kopenhagen-Sightseeing – zumindest bei einigermaßen angenehmem Wetter: Die Bootstouren, die alle paar Minuten am Nyhavn starten, haben Flair, machen Spaß, sind preisgünstig (wir haben umgerechnet ca. 5,50 Euro für einen Erwachsenen und 2 Euro pro Kind bezahlt) und vermitteln einen kompakten Rundum-Eindruck von der Stadt. Es geht durch verschiedene Viertel, die unverwechselbaren Kopenhagener Kirch- und Börsentürme rücken in den Blick, ebenso diverse moderne Architekturjuwele, die kleine Meerjungfrau sieht man immerhin von hinten, und wenn man Glück hat, schippert man sogar an der königlichen Jacht vorbei. Wenn nicht, sieht man wenigstens die postkartentauglichen Pavillons, von denen aus die dänischen Royals ihr Boot besteigen. Das Ganze in einer knappen Stunde.

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P1070222bRoyale Jacht und königlicher Bootssteg

2. ZWEI DÄNEMARK-SPEZIALITÄTEN MIT Ø PROBIEREN

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Smørrebrød ist keineswegs nur ein Klischee, sondern ein echtes Stück Dänemark mit Geschichte. Unsere Töchter interessiert das weniger; sie sind eher ängstlich gespannt, ob es zwischen all den angebotenen Butterbroten mit Heringsvariationen auch etwas für den konventionelleren Kindergeschmack gibt. Kein Problem: Das Spektrum reicht vom Brot mit simpler in Scheiben geschnittener Frikadelle bis zur Gourmet-Kreation.

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An der Pølser-Bude sind sie weniger skeptisch. Mit dem klassischen „Fransk Hotdog“ kann man kaum etwas falsch machen: In ein Brötchen mit Loch wird das Würstchen geschoben; mit der Entscheidung für Senf, Ketchup, Majo oder gar nichts individualisiert man das Stück. Smørrebrød und Pølser gibt’s überall in der Kopenhagener Innenstadt.

3. EIN FAMILIENTAUGLICHES HOTEL FINDEN

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Ein spontaner Glücksfund, den wir hier gerne teilen: Beim Surfen nach einem kurzfristig verfügbaren Hotel mit Familienzimmer sind wir auf exakt eine bezahlbare Adresse gestoßen, und die befand sich ausgerechnet am Nyhavn, dem touristischen Zentrum der Stadt. Da musste eigentlich irgendein Haken dran sein! Aber nein: Das Hotel Bethel ist ein ehemaliges Seemannsheim, existiert seit 1904, hat im Hof Dänemarks einzige Seemannskirche und gehört heute als Hotel einer Stiftung. Eine perfekte Basis, um Kopenhagen mit Kindern zu entdecken: freundlich, komfortabel, sauber, mit geräumigem Vierbettzimmer und erstklassigem Frühstück.

4. KINDERFREUNDLICH SHOPPEN

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Kopenhagen besitzt die längste und älteste Fußgängerzone der Welt: den Strøget. Der kann einem an sommerlich-rummeligen Tagen ziemlich auf die Nerven gehen, aber auslassen sollte man ihn auch nicht. Zumal sich am westlichen Ende des Amagertorv – einer der Straßen, aus denen sich der Strøget zusammensetzt – zwei Geschäfte von großer Attraktivität für Kinder befinden: Søstrene Grene ist ein Schnickschnack-Shop, in dem man alles vom Bastelmaterial über Schreibwaren, kleinen Spielsachen und Deko-Artikeln bis hin zu Küchenzubehör in skandinavisch-attraktivem Design und zu unskandinavisch-günstigen Preisen findet. Schräg gegenüber dann der Lego-Shop der Hautpstadt des Lego-Geburtslandes – komplett mit aus Lego gebautem Nyhavn.

5. TOURISTENFOTOS AM NYHAVN MACHEN

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Er ist auf jeder Postkarte zu sehen, kein Kopenhagen-Souvenir kommt ohne seine bunten Giebel aus, aber trotzdem: Vom Nyhavn geht spontaner Fotografierzwang aus, dem sowohl unsere Töchter als auch wir uns mit Wonne hingegeben haben.

6. DAS ROYAL SMUSHI CAFÉ AUSPROBIEREN

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Schickimicki, Copenhagen-style: Das in der Fußgängerzone gelegene Royal Smushi Café rühmt sich, die Synthese aus Smørrebrød und Sushi gefunden zu haben: mit traditionell dänischen Zutaten belegte Brote von eleganter Optik und Sushi-Größe. In einem höchst stylischen und sehr originellen Ambiente, das unsere Töchter ziemlich cool fanden: alles verspielt, in jeder Ecke irgendeine optische Überraschung, als Blickfang am hinteren Ende des Cafés ein riesiges Wandgemälde. Es ist nicht billig dort, die Touristenrate unter den Gästen beträgt mindestens 50 Prozent, aber es lohnt sich.

7. DÄNISCHES DESIGN ANSCHAUEN

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Bei 24 Stunden ist nicht viel Zeit für Umwege. Aber für eine gute Dosis dänischen Designs reicht schon ein Bummel über das östliche Ende der Einkaufsmeile Strøget. Dort findet sich zum Beispiel das aktuell zum besten Design-Shop der Stadt gekürte Hay House. Es ist angefüllt ist mit den Interior-Produkten der dänischen Designfirma Hay, die international riesige Erfolge feiert. Bei Hay ist nichts überdreht, alles geschmeidig, angenehm und gern mit einem kleinen formalen Kick versehen – eine aktuelle Auflage der bekannten skandinavischen Designtugenden.

8. GOLD BEWUNDERN

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Royales Gold ist im Kopenhagener Stadtbild gut vertreten – aber in Verbindung mit dem kaufmännischen Flair der Stadt kommt es nie als erstickender Prunk herüber, sondern immer als märchenhaftes i-Tüpfelchen.

Wenige Monate nach diesem 24-Stunden-Trip waren wir wieder in Kopenhagen – weil’s so schön ist. Und haben mit den Kindern das Alternativ-Mekka Christiania besucht. Zu unseren Erfahrungen geht’s hier

Kommentare

  1. Ich war erst unlängst auf „Stippvisite“ in Kopenhagen und war einmal wieder begeistert von der unkomplizierten Art der Dänen. Freundlich, stylish, mag ich gern! Sonnige Grüße
    Jutta

    1. Hallo, Jutta, Du hast so recht! Wir haben Dänemark in den letzten Jahren viel zu sehr links liegen lassen zugunsten anderer nordischer Länder, die uns irgendwie exotischer vorkamen. Ich bin in Hamburg aufgewachsen; von dort aus sieht Dänemark immer nach einem so „alltäglichen“ Ziel aus. Aber: Denkfehler! Unser Kopenhagen-Kurztrip hat uns Lust gemacht, das Land intensiver zu entdecken, und die nächste Reise ist in Planung.
      Ich würde auch gern sonnige Grüße schicken, aber hier im Süden ist es eher trüb.
      Herzlich,
      Maria

    1. Hallo, Sabine – ja, es war wirklich superschön, und die 24 Stunden haben einiges hergegeben. Nicht zuletzt das Gefühl, wieder hinfahren zu müssen, um noch mehr zu sehen!
      Herzlich,
      Maria

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MULTI-KULTI

USA, New England

Die wichtigste Reiseinspiration für meine Kinder: Freunde, die aus anderen Ländern stammen oder in andere Länder gezogen sind. Ein Loblied aufs alltägliche Multi-Kulti.

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