Sicherung 476

Design-Dienstag

Heute starte ich auf diesem Blog den DESIGN-DIENSTAG: ein persönliches Experiment, über das ich schon lange nachdenke.

Es geht dabei um Kinder beziehungsweise Jugendliche und das Thema Design. Allerdings nicht um abgefahrenes oder stylishes Design, sondern um die alltägliche Umwelt von uns allen. Immerhin lebt inzwischen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, und das heißt: in einer von Menschen gestalteten Umwelt, in der noch der prosaischste und einfachste Gegenstand irgendwie durch Entscheidungen von Menschen zu seiner Form gelangt ist.

Außerdem ist in den letzten Jahrzehnten eine komplett durchdesignte neue Dimension zu unserer Realität hinzugekommen: Die gesamte digitale Welt muss in jedem Detail gestaltet werden, bevor sie auf dem Bildschirm erscheint.

Dass der digitale Raum ganz wesentlich übers Design funktioniert, ist uns allen irgendwie klar. Aber auch der Rest der von Menschenhand gestalteten Umwelt kommuniziert ununterbrochen in der Sprache der Gestaltung mit uns – meist, ohne dass wir es bemerken.

Wäre es also nicht vielleicht sinnvoll, diese Sprache etwas besser zu verstehen, schon wenn man jung ist?

Oder ist diese Idee abgedreht, überflüssig, einfach too much?

Genau das will der DESIGN-DIENSTAG auf Kind am Tellerrand in der nächsten Zeit herausfinden. Anhand von designten Dingen, mit denen Kinder und Jugendliche zu tun haben. Immer dienstags.

 

DESIGN-DIENSTAG #1: CHUCKS

Chucks sind cool. Warum eigentlich? Weil ein legendärer Basketballstar sie vor fast hundert Jahren  zum ersten Mal trug und danach viele Basketballer in ihnen spielten? Weil sie überhaupt ziemlich sportlich wirken? Weil sie einen schnittigen Stern auf der Seite haben, der ein bisschen an die amerikanische Flagge erinnert?

Oder, weil sie schlicht und ergreifend cool aussehen? Denn das tun sie unbestritten. Wobei ein nachgemachter Chuck von einer No-Name-Marke natürlich genauso lässig aussehen kann. Und trotzdem nicht so cool ist wie ein Converse-Chuck. Das heißt: Das Aussehen allein macht es in diesem Fall noch nicht. Es muss etwas dazukommen: das Wissen, dass das Ding ein Original ist.

Warum auch immer. Ehre, wem Ehre gebührt; wer sie erfunden hat, soll auch das Geld damit verdienen? Klingt gut, aber wer denkt beim Einkauf schon so moralisch? Vielleicht gibt einem das Wissen, das Original zu tragen, die Sicherheit, mit dem eigenen Styling auf der richtigen Seite zu stehen? Irgendwie dazuzugehören? Aber wozu? Zu der riesigen Gruppe der weltweiten Chucks-Träger, deren jüngste Mitglieder gerade das Laufen lernen und in der sich bestimmt viele Leute tummeln, die grund-unsympathisch sind?

Ein bisschen rätselhaft bleibt das Ganze. Es scheint nicht ganz falsch zu sein, Marken als Mythen zu bezeichnen.

Kommentare

  1. Liebe Maria Bettina,

    eine wunderbare Idee #DesignDienstag! Tja, zu Chucks hätte mein Junior vor einiger Zeit auch noch einiges zu sagen gehabt. Für die 13jährigen Jungs geht es jetzt stärker um Nikes und die sehen echt fetzig an sportlichen Jungs aus, den Preis lassen wir mal außen vor.

    Ich werde sicherlich immer mal wieder bei dir dienstags reinschauen und wünsche dir ganz viel Erfolg mit dem Tag!

    Schönen Abend,

    Tanja

  2. Liebe Tanja,

    danke für das positive & ermutigende Feedback! Interessant, dass die Boys jetzt bei Nike angelangt sind – mal sehen, welche Trends die nächsten Jahre noch so bringen!

    Grüße nach München,
    Maria

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