INWIEFERN GEHT DESIGN KINDER UND JUGENDLICHE AN? #DESIGN-DIENSTAG

„Food Design“ klingt ein bisschen fies. So, als wolle man dem Blumenkohl eine windschnittigere Form verpassen. Dabei ist Food Design nicht nur dann im Spiel, wenn Lebensmittel sehr künstlich wirken – wie blaue Eiswaffeln -, sondern auch bei vielen Dingen, die wir täglich mit großer Selbstverständlichkeit essen.

Bestes Beispiel: Fischstäbchen. Haben mit der Originalform des Fischs nicht viel zu tun, passen aber platzsparend nebeneinander in die Packung und essen sich bequem. Schon seltsam, dass diese Stäbchen oft die einzigen Fische sind, die Kinder freiwillig zu sich nehmen.

Oder Nudeln. Nudeln haben immer ein Design, und das wirkt sich aufs Geschmackserlebnis aus. Spaghetti bieten ein deutlich anderes Mouthfeel als Rigatoni. Genauso ist es mit Schokolade. Der Lindt-Hase schmeckt anders als die Tafel aus der gleichen Vollmilchschokolade.

Pasta wird aus Teig gemacht; Schokolade aus einer zähflüssigen Masse. Natürlich müssen die von Menschenhand – beziehungsweise Maschinen – geformt und damit designt werden. Aber dann gibt es ja noch Nahrungsmittel, die von Baum oder Acker kommen. Zum Beispiel Karotten, deren kräftiges Orange uns so vertraut ist: gesundes Kindergemüse, wie die Natur es wachsen lässt. Allerdings erst seit dem 17. Jahrhundert. Ursprünglich hatte die Natur für die Karotte eine Farbskala von Weiß über Gelb und Rot bis Violett vorgesehen. Bis die Niederländer Karotten in Orange zogen, der Farbe ihres Königshauses: historisches Food Design, dessen Ergebnis uns heute völlig natürlich vorkommt. Übrigens enthält die manipulierte orange Karotte mehr Beta-Carotin als ihre andersfarbigen Schwestern und ist deshalb gesünder.

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