Wenn ich je eine Top-Ten-Liste mit Kinderbüchern über Kunst mache, wird DAS KUNST-HAUS von Sandrine Andrews (erschienen bei Arena) dabei sein: ein Buch mit Zimmern zum Blättern und Aufklappen, jedes angefüllt mit Kunst.

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Die Kunstwerke erscheinen in den Bilderbuch-Räumen auf ganz unterschiedliche Weise. Manchmal eignen sie sich direkt für die Inneneinrichtung – wie das Lippen-Sofa oder das Hummer-Telefon von Dalí.

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An anderen Orten illustriert die Kunst das Thema eines Zimmers – DAS KUNST-HAUS ist der Beweis dafür, dass die Kunstgeschichte für jeden Raum die passenden Stücke parat hält. Für die Küche einen Riesen-Hamburger von Claes Oldenburg und einen unaufgeräumten Tisch von Daniel Spoerri. Außerdem hängen an jeder freien Wand Bilder, die thematisch zum Wohnraum passen – in der Küche sind das gern Stillleben mit Lebensmitteln.

Überall lassen sich Klappen öffnen, und das heißt: Hinter den ohnehin schon vielen Kunstwerken in diesem Haus verstecken sich noch weitere: hinter dem Hamburger eine Suppendose von Andy Warhol und ein Hot Dog von Robert Rauschenberg; hinter Claes Oldenburgs Plastiktoilette im Bad das Pissoir von Marcel Duchamp. Außerdem bieten die Klappen Erklärungen, und zwar bemerkenswerte: Kurze, griffige Texte liefern viel Hintergrund zu den gezeigten Kunstwerken und erläutern ihre Bezüge zur Alltagswelt.

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Das ist denn auch eine der großen Qualitäten des Buchs: DAS KUNST-HAUS zeigt Kindern die Kunst nicht als einen abgeschlossenen, musealen Bereich, der mit ihrem Alltag nicht viel zu tun hat, sondern als ein Medium, das in direkter Beziehung zu ihrer Welt steht. Und nicht nur das: Diese gar nicht langweilige Kunst präsentiert sich noch dazu in einer amüsanten, spielerischen Buchform voller amüsanter Überraschungen.

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