Ja, er ist es: 30 Meter lang, das Herz so groß wie ein Auto, die Arterien so weit, dass ein zweijähriges Kind darin schwimmen könnte.

Unser Weg zur erfolgreichen Walbeobachtung war langwierig.

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In Antwerpen sahen wir zweidimensionale Wale.

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In Youghal an der Küste Südirlands schwamm ein dreidimensionaler Pseudowal im Wasser – zu Ehren Moby Dicks, dessen Geschichte hier verfilmt wurde.

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In Reykjavík wollten wir auf Walbeobachtungstour gehen. Es gab passende Angebote, wir hatten Zeit; allein: der Wind. Er war so stark, dass wir am Hafenrand schon fast seekrank wurden.

Tadoussac: Weltkapitale des Whale Watching

Und jetzt Tadoussac, der östlichste Ort unserer Sommerreise nach Québec. Tadoussac liegt dort, wo der breite Saguenay-Fjord in den dort noch breiteren Sankt-Lorenz-Strom mündet. Die Wasserfläche ist weit, das Wasser salzig, und es gibt jede Menge Krill: Walnahrung.

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Tadoussac, das knapp 1000 Einwohner zählt, gilt als Weltkapitale des Whale Watching. Fünf Walarten sind vor seiner Küste zu Hause, und wer hierherkommt, will welche davon sehen. Außer ein paar Wohnhäusern, einem altmodischen Hotel, Pensionen und Cafés findet man in Tadoussac vor allem Büros, in denen man Whale-Watching-Touren buchen kann.

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Walbeobachtungstour mit klaren Regeln

Für unsere „croisière aux baleines“ – immerhin spricht man in Québec französisch – wählen wir die Variante mit bequemem Boot. Kleine Zodiacs sind cooler, aber wir sind mit Kindern unterwegs, und außerdem sind wir selbst auch nicht übermäßig cool.

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Zweihundert Meter Abstand muss so ein Boot vom Wal halten; im Falle eines Blau- oder Belugawals sogar vierhundert. Sagt die walbegeistert in Französisch und Englisch kommentierende „Naturaliste“ zu Beginn der Tour. Und flötet kurz danach zärtlich ins Mikro: „Là! Minkie at one o’clock!“ Eine Fontäne rechts vor uns, ein Rücken, eine Finne.

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Das Ganze ein paarmal hintereinander, dann taucht der Minkwal wieder unter. Immerhin verbringen Wale 80 Prozent ihres Lebens unter Wasser; egal, wie gespannt die Menschen auf ihr Auftauchen warten. Denn das tun die Menschen auf unserem Boot. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich je eine Menschenmenge außerhalb von Kirchen oder Theatersälen so andächtig hätte schweigen hören wie beim Warten auf das nächste Auftauchen des Wals.

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„It’s a blue whale!“

Das wird belohnt. „Spout at 11 o’clock. C’est un grand. You want me to tell what it is? It’s a blue whale!“ Kollektives Atemanhalten. Eine Zwölf-Meter-Fontäne vor einem Containerschiff. Eine laute Fontäne. Das Ziel der Wünsche.

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Walhaut, kleine Rückenfinne, Fotos. Ein paarmal erscheint er an der Wasseroberfläche, dann verschwindet der Blauwal für einen langen Tauchgang.

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Finnwale, Buckelwale mit attraktiv erhobener Schwanzflosse, ein Beluga und eine ganze Robbenherde: Nach drei Stunden auf dem Boot sind wir überwältigt. Und am nächsten Tag noch viel mehr. Ist es wirklich wahr, dass wir einen Blauwal gesehen haben? So richtig glauben können wir es immer noch nicht.

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Von einer Whale-Watching-Tour in Island, bei der man mit Glück sogar die Köpfe der Wale erkennen kann, erzählt Inka Cee auf ihrem Blog „Blickgewinkelt“