Ein Ort für eine Top-Platzierung in der Kategorie „The most curious places we ever visited“

„Wo sind wir, Papi?“ „In Holland, Kinder.“ Moment mal: Die Kinder sind neun und zwölf. Sollten sie nicht wissen, in welchem Urlaubsland sie sich befinden?

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Nicht unbedingt, denn wir sind in Baarle-Nassau. Baarle-Nassau? Oder Baarle-Hertog? Wie der Ort heißt, kommt darauf an, auf welcher Seite der Grenze man gerade steht: auf der niederländischen oder auf der belgischen. Da ist man sich in Baarle oft nicht so sicher.

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Rundherum um Baarle-Nassau – so der niederländische Name – liegt Hollands Süden, der größte Teil des Orts ist belgische Exklave und nennt sich als solche Baarle-Hertog, wird aber immer wieder durchzogen von holländischen Einsprengseln.

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In unberechenbaren Linien verläuft die Grenze kreuz und quer durch den Ort: durch Wohngebiete, zwischen zwei Straßenseiten, manchmal mitten durch ein Haus.

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Die linke Tür gehört zu Belgien, die rechte zu Holland

Damit man sich einigermaßen orientieren kann, sind die Hausnummern jeweils mit der Flagge des Landes versehen, zu dem die Adresse gehört.

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Grund für das Grenzpuzzle sind Machtkämpfe, die im 12. Jahrhundert zwischen zwei Lehnsherren stattfanden. Seither hat sich die Teilung des Orts erhalten, was der friedlichen Atmosphäre des idyllischen Baarle aber keinen Abbruch tut. Man hat sich sogar entschlossen, bei der WM gemeinsam zu jubeln. Vom Fußballfrieden künden die Dekorationen vor den Geschäften.

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