Island lässt uns nicht mehr los. Das hat viele Gründe. Hier kommen die wichtigsten – generationenübergreifend.

1. DER GEYSIR STROKKUR UND SEINE NACHBARSCHAFT

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Absolutes Highlight: der Geysir Strokkur. Zwar gibt es in Island mehrere Geysire, aber der Strokkur ist der aktivste und der einzige, bei dem man sich auf ein regelmäßig stattfindendes spektakuläres Schauspiel verlassen kann: In einem Schlammloch brodelt es, es bilden sich Strudel, die Oberfläche bläht sich und explodiert zu einer bis zu 20 Meter hohen Wasserfontäne, die der Wind zu Nebel zerstäubt. Wer jetzt nicht rechtzeitig auf den Auslöser gedrückt hat, muss fünf bis zehn Minuten warten. Der Strokkur liegt auf einem dampfenden Geothermalfeld, um ihn herum diverse schlafende oder fröhlich vor sich hinblubbernde Geysire – nicht zuletzt der große Geysir, der allen anderen Geysiren den Namen gab. Der rührt sich höchstens mal akut nach einem größeren Erdbeben.
Der Strokkur ist mit dem Auto oder mit einer der vielen angebotenen Bustouren von Reykjavík aus gut zu erreichen.

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Auf dem Weg dorthin kommt man an den Thingvellir vorbei, dem Gelände, auf dem die urdemokratischen Isländer jahrhundertelang ihre Parlamentstreffen abhielten. Man sollte aussteigen: Die Naturszenerie ist fantastisch, der Wind der Geschichte umweht einen nur selten mit so kräftigen Böen wie hier, und außerdem stoßen auf diesem Gelände die eurasische und die amerikanische Erdplatte aufeinander.

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Ein paar Autominuten hinter dem Geysirgelände befindet sich der zweistöckige Wasserfall Gullfoss. Den sollte man nicht auslassen, aber dann: Genug Naturspektakel für einen Tag!

2. SCHWARZER STRAND

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Lavasand ist schwarz, die breiten Strände in Vík í Mýrdal und andernorts an der isländischen Südküste sind es auch. Kinder spielen in schwarz gefüllten Sandkästen, Terrassenfliesen werden mit schwarzem Sand verlegt. Fühlt sich sehr gut an und wird angenehm schnell warm.

3. WOLLE

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„Wir haben hier mehr Schafe als Einwohner, und 100 Gramm Wolle sind billiger als 100 Gramm Süßigkeiten“, erklärt die Dame von der Handknitting Association of Iceland. Islandpullover aus dicker Wolle mit nordischen Mustern gibt es in Reykjavík an jeder Straßenecke, in allen kleinen Ortschaften und in den angenehm stilsicheren Touristengeschäften bei den zentralen Sehenswürdigkeiten.

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Das Wollparadies schlechthin ist die Boutique der Handknitting Association of Iceland in Reykjavík (Skólavörðustigur 19). Die Association ist eine Art Kooperative strickender Isländerinnen und Isländer, die nicht nur handgemachte Bekleidung verkauft, sondern auch Wolle und gefilzte Accessoires.

4. AUF ISLANDPFERDEN REITEN

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Seit die frühen Siedler die ersten von ihnen mit auf die Insel gebracht haben, haben sich die Islandpferde erstklassig adaptiert. Sie überstehen Sturm und Schnee im Freien, gehen mit sicherem Tritt über steiniges, unebenes und bergiges Gelände und haben sogar eine eigene Gangart entwickelt, den Tölt. Da wundert es nicht, dass sie mit stoischem Temperament auch relativ reitunfähige Touristen auf ihrem Rücken ertragen. Überall in Island gibt es Pferdehöfe, die Touren auf jedem Niveau anbieten. Man sitzt sicher und komfortabel, hat Spaß und sieht die Landschaft in einem besonderen Rhythmus. Bei einem Trip nach Island mit Kindern unbedingt zu empfehlen.

5. MUSEUM SKÓGAR

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Es geschieht nicht oft, dass Eltern und Kinder beim Besuch eines Heimatmuseums gleichermaßen verzaubert werden. Man muss schon bis ins winzige Örtchen Skógar im Süden Islands fahren und durch die kleinen Torfhäuser mit Grassodendächern laufen, in denen die Isländer früher lebten. In ein rekonstruiertes Exemplar einer ihrer winzigen Kirchen gehen und Wohnräume betreten, die dem rauen Wetter so viel Gemütlichkeit wie irgend möglich entgegensetzen. Volkskunstwerke mit mythischem Flair wie altes Schmiedewerk, märchenhafte Damensättel und Wandteppiche scheinen dafür zu sprechen, dass die Isländer schon immer eine künstlerische Ader hatten.

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Vielleicht sind die vielen Krimiautoren und Rockmusiker nur eine logische Konsequenz aus den dunklen Wintern, in denen man Nützliches und Schönes herstellte, während Landwirtschaft und Fischerei bis zum Frühjahr schlummerten? Das Museum Skógar erzählt auch von diesen Haupttätigkeiten der Isländer, zeigt Arbeitsgeräte und ganze Fischerboote. Infos über die Museumswebsite.

6. ECHTE LAVA UND KJARVAL-LAVA

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Wenn man durch Island fährt, fährt man durch Lavafelder. Ruppige Landschaften aus Tausenden von Gesteinsbrocken, denen das Moos sanfte Rundungen, einen silbrigen Schimmer und eine weiche Oberfläche verleiht. Landschaften, die man woanders nicht sieht. Jóhannes Sveinsson Kjarval (1885 bis 1972) hat sie von klein auf vor Augen gehabt. Der bedeutendste Maler Islands hat die Lavafelder zu einem seiner Hauptthemen gemacht. Seine Werke werden in Reykjavík im Kjarvalsstadir des Kunstmuseums und in der Nationalgalerie gezeigt. Nach ein paar Kjarval-Bildern bekommt man ein Auge für den bizarren Zauber der Lavafelder, deren Strukturen sich bei Kjarval manchmal zu mythisch-gespenstischen Figuren formen.

7. ISLÄNDISCHES DESIGN

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Inspiriert von der Natur und den Traditionen ihrer Insel, gerne etwas rau und schräg: Was isländische Designer machen, könnte an keinem anderen Ort entstehen. Zum Beispiel die Vulkanpralinen von Brynhild Pálsdóttir. Selbst innen entsprechen ihre Schokoschichtungen den Gesteinsschichten der unterschiedlichen Bergformationen. Halldora Eydis entwirft Schuhe und Schmuck aus Fischhaut, Pferdehaaren, Ponyfell – ohne dass ein Tier eigens dafür sterben müsste. Bei Craum, dem ältesten Designshop Reykjavíks (Aedelstraeti 10), gibt es Umhänge, Kapuzen und Kragen, die Mittelalter mit einem Hauch Gothic mixen und jedem Wetter standhalten. Ein Streifzug durch Reykjavíks viele Designgeschäfte ist eine fantastische Reise durch die Imaginationswelten eines entlegenen Landes.

8. DIE GLETSCHERLAGUNE JÖKULSÁRLÓN

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Dieses Blau macht glücklich. Die Gletscherlagune Jökulsárlón im Vatnajökull-Gebiet ist während der letzten 80 Jahre durch den Rückzug eines Gletschers entstanden. Ein See voller Eisberge in strahlendem Weiß oder durchzogen von Streifen aus schwarzem Sand und Lavastaub. Mit Amphibienbooten kann man die Lagune im Rahmen einer etwa halbstündigen Tour befahren. Sollte man tun. Unbedingt.

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