Danke, liebes V&A! Das Londoner Victoria & Albert Museum hat die interaktive Seite „Design a Wig“ kreiert, auf der wir alle unsere wunderbarste Perücke im Marie-Antoinette-Stil entwerfen können.

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Haartürme, -pyramiden, -sträuße; dekoriert mit Blümchen, Juwelen oder auch mal mit einer Fregatte; am Ende farbig gepudert: Was die Dame von Stand im 18. Jahrhundert auf dem Kopf trug, können Kind, Dame und Herr des digitalen Zeitalters jetzt am Computer kreieren – dank der interaktiven Perücken-Design-Seite des Victoria & Albert Museums.

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Im 18. Jahrhundert kannte der Perücken-Wahnsinn kaum Grenzen. Von Marie-Antoinette ist überliefert, dass sie nur auf dem Boden hockend in der Kutsche fahren konnte; ansonsten hätte ihre Haarpracht nicht hineingepasst. Der virtuelle Perücken-Wahnsinn des 21. Jahrhunderts kennt noch weniger Grenzen. Er braucht keine Polster und keine Paste aus Schweinefett, um zu halten. Per Mausklick kann man wolkige Lockentrachten in jeder Form aus dem Kopf der Modell sitzenden Dame wachsen lassen, um sie danach aufs Opulenteste mit Ornamenten zu verzieren und zu pudern – in einer Pastellfarbe nach Wahl und mittels einer virtuellen Puderquaste, die bei jedem Klick ein Stäubchen aufträgt. Die Modell-Dame trägt während dieses Arbeitsschritts auf dem Bildschirm wie im 18. Jahrhundert eine spitze Papiertüte vor der Nase, um das Gesicht vor dem Puder zu schützen.

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Nach der Vollendung einer virtuellen Perücke ist man nicht nur gutgelaunt und inspiriert, sondern auch beseelt von einem guten Gewissen: schließlich hat man nicht nur am Computer gespielt, sondern sich gleichzeitig intensiv mit dem 18. Jahrhundert beschäftigt. Modegeschichte, Gesellschaftsgeschichte, politische Geschichte – wer wollte das schon so genau trennen? Immerhin wurden die Köpfe, die die hochmodischen Perücken trugen, in Frankreich später oft genug per Guillotine vom Körper getrennt.

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Hier geht’s zu „Designgeschichte interaktiv – Muster machen mit William Morris“, einem Beitrag über eine weitere herrliche Online-Kreativseite des V&A