Je öfter ich in die Schweiz kam, desto rätselhafter erschien sie mir. Und ich bin oft da – zum einen beruflich, zum anderen wohnen wir nicht sehr weit von der Grenze entfernt. Irgendwann habe ich beschlossen, Fotos von den vielen Dingen zu machen, die mir in der Schweiz so unvereinbar erschienen. Ich dachte, wenn ich sie langsam zu einem Mosaik zusammensetze, komme ich dem Geheimnis der Swissness vielleicht auf die Spur. Es ist schon irritierend: ein Land, das sich kulturell und geographisch ganz nah an unserem befindet und das trotzdem so anders ist. Ich habe immer noch das Gefühl, die Schweiz ist eine Art Bananenschale, auf der mein Kopf ausrutscht. Aber immerhin habe ich jetzt ein schweizerisches Bildmosaik. To be continued.

In Sachen Kunst, Design, Architektur ist die Schweiz ziemlich stylisch und kreativ.

BaselMesseMesse Basel, Neubau von Herzog & de MeuronBaselTingBasel, Museum Tinguely

Dann wiederum gibt es Orte mit einer etwas tristen Altherren-Patina, die an die Atmosphäre in den Romanen von Martin Suter erinnern.

ZürichCafeRio Bar, ZürichGenfAuerChocolatier Auer, Genf (Schoko-Paradies; s.u.)

Folklore ist wichtig.

SchaffhauKuhDie Kuh ist nicht nur Klischee, sondern Ikone BaselAutoAuch in Zeiten der Globalisierung kommen noch landestypische PKWs vor

Außerdem ist da ist dieser hintergründige Humor. Manchmal weiß man als tumber Teutscher nicht, was die Schweizer ernst meinen und was nicht. Es gibt jedenfalls immer wieder Anlass zu der Vermutung, dass sie lässiger sind als wir.

BaselKugelBasel Badischer BahnhofGenfSteinDas Straßenpflaster in Genf spricht abends zu einem

Wie diese Coolness allerdings mit der gänzlich unironischen Traditionsverbundenheit zusammenpasst, von der das Bild der meisten Schweizer Städte und Dörfer erzählt, begreift das deutsche Hirn manchmal nicht. Also, jedenfalls meins.

SchaffHausFassade in Schaffhausen ZürichMusZürich, Schweizer Nationalmuseum

Und dann die Flagge. Sie könnte jeden Designwettbewerb gewinnen. Und wird entsprechend eingesetzt: als Gemarkung, Signal des eidgenössischen Nationalstolzes und Designelement.

BergKatlAlpensignal im Engadin – danke fürs Foto an Kat’l ZauberstabSchöner pürieren dank Schweizerkreuz

Was die Schweizer richtig gut können, das können sie richtig gut. Raclette, Schokolade, Ovomaltine, Geld, Messer, Uhren. Sie sind stolz darauf – aber während sie dem gediegenen Luxus einerseits nicht abgeneigt sind, schaffen es andererseits immer wieder, ihre traditionellen Errungenschaften kultig zu präsentieren.

AuerFernAmandes Princesse, unbedingt beim Genfer Chocolatier Auer (s.o.) kaufen GenfRogerDMessestand der Luxusuhrenmarke Roger Dubuis bei der Genfer SIHH

Vielleicht liest dies ja der eine Schweizer oder die andere Schweizerin und findet, ich habe alles völlig falsch verstanden. In dem Fall – und auch sonst – freue ich mich sehr über einen Kommentar. Denn ich habe mit dem Rätsel Schweiz noch nicht abgeschlossen!

Hier geht’s zu einer Ausstellung über Schweizer Scherenschnitte, die für mich sehr aufschlussreich war –

und hier zu einem ganz unvergleichlichen Café in Zürich