Als unsere Kinder klein waren, war die südschwedische Region Schonen unser Sommerparadies. Seit acht Jahren waren wir nicht mehr da, aber in diesen Sommerferien wollen wir wieder hin. Mal sehen, ob das eine gute Idee ist.

Manche sagen, dass Schonen gar nicht das echte Schweden ist, sondern eher so eine Art Dänemark. In der Tat: Die Farben sind hier anders. Statt tiefgrüner Nadelwälder, falunroter Häuser und dunkelblauer Seen gibt es in Schonen gelbe Felder, weiße Häuser und einen hellblauen Ostseeblick.

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Allerdings – dänisch ist es auch nicht. Erdbeeren heißen jordgubbar, es gibt mit grünem Marzipan überzogene Prinsesstårta, und mancher Ort trägt denselben Namen wie beliebte Produkte aus dem Ikea-Katalog. Oder umgekehrt. Also eher ein Spezialfall von Schweden. Und zwar einer, in den wir uns verliebt haben. Das war, als unser kleineres Kind eineinhalb und die große Schwester knapp fünf war. Ein Jahr später waren wir wieder da. In den kommenden Sommerferien wird das jüngere Kind zehn sein und die Schwester 14, und wir wollen zurück an den magischen Reiseort ihrer frühen Jahre.

Wird das was? Ist die Magie stabil? Überlebt sie acht Jahre, in denen sich für die Kinder ein ganzer Kosmos von Veränderungen abgespielt hat? Und in denen auch wir von Kleinkindeltern, die begeistert waren über Hochstühle in coolen Cafés, Pfannkuchen an jeder Ecke und überhaupt die ganze skandinavische Kinderfreundlichkeit, zu abgebrühteren Erziehern mit anderen Prioritäten geworden sind?

Zunächst einmal vertrauen wir alle auf Olof Viktors. Olof Viktors in dem gänzlich unbekannten Ort Glemmingebro nicht weit von Ystad nämlich ist unser All-time-Lieblingscafé, und wir sind sicher, dass Olof Viktors mit Hof, Garten, gemütlicher Veranda (siehe Bild ganz oben), fantastischem Brot, weltbestem Blaubeereis und unvergleichlichen Törtchen nach wie vor das ist, was es war. Sogar die kleine Tochter erinnert sich an den Ort, an dem sie ein Püppchen verlor und am nächsten Tag wiederfand. Die allgemeine familiäre Begeisterung für Cafés ist in den letzten acht Jahren eher noch gewachsen, und die fiese Kalorie soll in diesem Zusammenhang kein Thema sein. Sie wird sich, da kann machen, was man will, in diesem Sommer noch etwas weiter außen, entfernt von den lebenswichtigen inneren Organen, Platz verschaffen.

Schweden 117Frühkindliche Prägung mit dem besten Blaubeereis der Welt

Die nicht-kulinarische Freizeitgestaltung der Töchter wird digitaler ausfallen als vor acht Jahren.

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Die Hits von damals werden nicht mehr die Hits von heute sein.

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Aber der ganz spezielle Schweden-Charme wird hoffentlich immer noch verfangen.

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Wenn wir zufällig auf ein Schloss stoßen, was einem in Südschweden gerne mal passiert, wird das Prinzessinnen-Gen nicht mehr wirken. Stattdessen werden die Kinder uns verdächtigen, von hinten durch die Brust ins Auge einen kulturellen Tagesordnungspunkt eingeschmuggelt zu haben.

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Was wir natürlich, herz- und gnadenlos, öfter als vor acht Jahren machen werden. Und nicht immer wird es so harmlos ablaufen wie damals, als man sich im Freilichtmuseum Kulturen in Lund in Adelskostüme hüllen konnte.

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Aber wie auch immer: Nie, nie, nie mehr wird das ältere Kind beim Ausflug über die Öresund-Brücke nach Kopenhagen im Partnerlook mit der Mutter gehen.

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Plan verwirklicht, der Schonen-Urlaub mit den großen Kindern liegt jetzt hinter uns. Hier geth’s zu unseren Erfahrungen.