Natürlich ist der PADDINGTON-Film anders als das Buch: Es gibt Action, eine dramatische Story, die im Buch nicht vorkommt, und ein paar derbe Witze, die dem Autor Michael Bond nie aus der Feder geflossen wären. Trotzdem macht der Film Paddington-Leser nicht unglücklich.

P1120290Paddington-Bus auf der Frankfurter Buchmesse

Das liegt zum einen an der Figur des Bären, der im Film genauso würdig, freundlich und ob der Gepflogenheiten seiner neuen Heimat verwirrt ist wie im Buch. Außerdem an tollen Schauspielern, vielen originellen Einfällen und dem Setting. London spielt im Paddington-Film eine Hauptrolle: Die Skyline, das Haus von Paddingtons neuer Familie Brown in Notting Hill und das Museum of Natural History bei Nacht sind fantastische Kulissen, die sofort Reiselust oder Erinnerungen wecken – oder einen Mix aus beidem.

Die langsame Akzeptanz und Integration des Bären Paddington, der nicht nur aus dem dunkelsten Peru kommt, sondern auch so ganz anders aussieht als die Menschen in London, wurde in vielen Filmkritiken als eine Bezugnahme auf die Situation von Flüchtlingen in Europa gesehen. Am Schluss des Films legt Mrs. Brown denn auch ein echtes Multikulti-Geständnis ab: Sie erklärt dem Bären, dass er perfekt nach London passt, weil dort sowieso alle unterschiedlich sind.

P1010156Zu Ehren des Bären: Anlässlich des Filmstarts waren überall in London ganz verschiedene Paddington-Skulpturen zu sehen – hier erscheint der Bär als Sherlock Holmes

Aber auch die, die nicht buntgemischt sind, sondern immer schon in England waren, die Wachsoldaten der Queen, zeigen sich in PADDINGTON von einer unkonventionellen Seite. Als eine der Wachen vor dem Buckingham Palace die Mütze abnimmt, um Paddington anzubieten, was darunter ist, erfahren wir endlich, warum die Bärenfellmützen der Soldaten so hoch sind: Darunter muss Platz sein für eine Thermoskanne voll Tee, ein Sandwich und eine Etagere mit Süßem.

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