Noch so eine Berliner Ausstellung, in die man eigentlich mit Kindern hätte gehen sollen, wie zu Ai Weiwei: „Marsden Hartley – Die deutschen Bilder 1913-1915“ in der Neuen Nationalgalerie (bis 29.6.2014). Marsden Hartley, 1877 in den USA geboren, verbringt die Zeit direkt vor dem Ersten Weltkrieg und auch den Kriegsausbruch in Berlin. Hartley berauscht sich an farbenfrohen Militärparaden und beginnt eine romantische Beziehung zu einem jungen preußischen Offizier, dessen früher Kriegstod ihn schwer trifft.

In dieser Zeit malt Hartley Bilder, auf denen sich militärische, folkloristische und mythologische Elemente auf überraschende Weise mischen. Da gibt es Gemälde mit indianischen Szenerien, die sich aus ganz ähnlichen Strukturen und Motiven zusammensetzen wie Bilder, auf denen es um den Krieg geht. Aus wiedererkennbaren Versatzstücken baut Hartley neue, meist ungegenständliche Bilder, und wie er das tut, ist einzigartig.

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Das Thema der Kriegsbegeisterung vor dem Ersten Weltkrieg, Hartleys Motive und die Sprengkraft ihrer Kombinationen: lauter Aspekte, die auch für Kinder interessant sind. Und Indianerromantik natürlich sowieso.