Man kann ja alles übertreiben. Meine Töchter zum Beispiel finden die Anzahl unserer kulturellen Aktivitäten etwas übertrieben. Wir finden selbstverständlich, mit kulturellen Aktivitäten kann man es gar nicht übertreiben, aber insgeheim wissen wir natürlich, was sie meinen.

Und dann steht man da in der Ausstellung von Peter Doig in der Fondation Beyeler. (Die endet morgen, am 22. 3.2015.) Ohne Kinder, weil man gerade beruflich in Basel ist. Weiß, dass die Mädels, wären sie dabei, schnell und mit demonstrativer Ungeduld durch die Museumsräume laufen und einen mit wiederholten „Wir sind schon fertig“-Rufen aus der Versenkung ins visuelle Glück reißen würden.

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Trotzdem bedauert man es bitterlich, nicht mit ihnen hier zu sein. Weil dieses unglaubliche magische Leuchten in Peter Doigs Bildern nirgendwo außer auf den in Öl gemalten Originalen zu sehen ist. Weil selbst die rituelle Museums-Übellaunigkeit der Töchter nicht verhindern könnte, dass sie etwas von diesem Leuchten aufschnappen würden und sich irgendwo in ihnen ein kleines Fünkchen eines ganz speziellen visuellen Glücks sedimentieren würde.

doi_swamped_klein (c) Peter Doig, All Rights Reserved / 2014, Pro Litteris, Zürich

Also, das glaube ich zumindest. Und bis jetzt gibt die Erfahrung mir recht.

Bild ganz oben: (c) Peter Doig, All Rights Reserved / 2014, Pro Litteris, Zürich, Foto: Jochen Littkemann