Wir haben das ideale Schloss für einen Besuch mit Kindern gefunden: Schloss Kórnik in Polen, nicht weit von Posen, hat alles, was so ein Bau braucht, um Träumer vom Dornröschen- bis ins Harry-Potter-Alter zu beglücken.

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Der Zugang zum Schloss könnte klassischer nicht sein: Um durch die imposante Tür in den festungsartigen Bau zu gelangen, muss man zunächst eine Brücke über einen Burggraben überqueren. Leider handelt es sich nicht um eine Zugbrücke, aber der Graben stammt aus dem Mittelalter und die ältesten Mauern des Schlosses auch. Weshalb die wehrhaften Zinnen jüngeren Datums auch kein reiner historisierender Schummel sind.

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Polnische Adelsgeschichte wurde in einer Wappendecke verewigt.

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Und im größten Saal des Schlosses stehen Ritterrüstungen. Wenngleich die Ritter, die einst in ihnen steckten, keine Bewohner Kórniks waren, so wurden die Rüstungen doch immerhin von einem seiner Besitzer gesammelt.

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Über den Rittern befinden sich auf einer Galerie Teile der Schlossbibliothek, die eine der bedeutendsten polnischen Bibliotheken ist. Der maurische Stil des Saales wurde zwar aus Spanien importiert, ist der märchenhaften Ausstrahlung des Gebäudes aber durchaus zuträglich.

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Um die hat sich vor allem Karl Friedrich Schinkel verdient gemacht, der dem Schloss im 19. Jahrhundert sein neugotisches Äußeres verlieh. Schinkels Auftraggeber war ein polnischer Graf und Offizier, der Schloss Kórnik zusammen mit seiner Frau Teofila bewohnte.

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Teofila, verewigt auf einem Gemälde im Speisesaal, ist die größte Attraktion des Schlosses. Bei ihr handelt es sich um eine waschechte Weiße Dame, die regelmäßig um Mitternacht aus ihrem Porträt hinaussteigt, um im Schlossgarten mit einem ihrer zahlreichen Liebhaber zu lustwandeln.

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Ob sie dabei die Treppe ins Parterre hinuntergeht oder -schwebt, konnten wir nicht sicherstellen.

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Ziemlich sicher jedoch ist, dass sich ihr spukendes Abbild auch dann nicht von einem Gerät der modernen Telekommunikations- und Unterhaltungselektronik hätte einfangen lassen, wenn wir uns bei Nacht im Schlossgarten positioniert hätten.

Hier geht’s zu unseren ersten Eindrücken von Polen