Die Kunststunde macht Ina wütend. Sie kann nicht malen. „Mal einfach irgendwas“, sagt die Lehrerin. Ina haut einen Punkt auf das Blatt. Die Lehrerin rahmt Inas Punkt, und das Ergebnis sieht klasse aus. Ina malt immer mehr Punkte, immer abwechslungsreichere. Mit ihren Punktbildern wird sie zu einer Berühmtheit an ihrer Schule.

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Die Story von Peter H. Reynolds‘ herrlichem Kinderbuch DER PUNKT (erschienen bei Gerstenberg) erinnert verdächtig an einige Kapitel der Kunstgeschichte: Marcel Duchamps Pissoir im Museum, unbezahlbare Spot Paintings von Damien Hirst.

Wer findet, dass der Kunstbegriff von Idas Lehrerin für die Ermutigung von Kindern ganz schön, sonst aber ein bisschen zu erweitert ist, dem sei die Lektüre eines Erwachsenen-Kunstbuchs ans Herz gelegt: Der Brite Will Gompertz hat WAS GIBT’S ZU SEHEN? 150 JAHRE MODERNE KUNST AUF EINEN BLICK geschrieben (Dumont Verlag). Auf sehr unterhaltsame und kenntnisreiche Weise beantwortet er so ziemlich alle Fragen zur jüngeren Kunst, die man nie zu fragen wagte. Und zwar von seinem eigenen Standpunkt aus – fundiert und ohne falschen Respekt.