Ich kenne Leute, die viele spannende Geheimtipps haben, wie man wo und wann besonders tolle Dinge buchen kann. Und ich kenne andere, gerade Eltern, für die die Planung der Familienreise purer Stress ist und die ihr ratlos gegenüber stehen. Wir haben keine magischen Geheimtipps, aber doch im Laufe der Jahre ein paar Erfahrungen gesammelt, die ich hier teilen möchte.

UNTERKUNFT

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Ganz entscheidend bei der Planung von Familienreisen: Wo soll man mit Kindern schlafen? Wir wechseln zwischen Ferienhäusern oder -appartements und Hotels.
Ferienhäuser oder Ferienwohnungen bieten auch Familien mit mehreren Kindern Raum; außerdem braucht man sich im Ferienhaus keine Gedanken zu machen, wenn die Kids laut sind. Man hat Platz und oft einen Garten oder eine Terrasse, was zur Entspannung auch der Eltern beiträgt. Dafür serviert niemand einem die Mahlzeiten, man muss sein Geschirr selbst spülen, vielleicht die Betten beziehen und oft am Ende des Urlaubs saubermachen: also alles etwas weniger komfortabel als im Hotel.
Hotels haben dafür nicht immer Familienzimmer, und wenn, dann ist deren Kapazität manchmal begrenzt, und es kann eng werden. Außerdem schlafen oftmals alle in einem Raum; es sei denn, man hat ganz besonderes Glück mit der Aufteilung oder zwei Zimmer mit Verbindungstür. In der Regel wird das teurer als ein Ferienhaus – aber auch nicht immer. Außerdem gibt’s ja noch Hostels und Jugendherbergen.
Natürlich sind auch Camping, Glamping und Wohnmobile ebenso wie Couchsurfing klassische Optionen für Familien, aber bei denen können wir leider nicht mitreden.

Ach so, und vorab zur Information: Dieser Beitrag ist in keiner Weise gesponsert, sondern ein reiner Erfahrungsbericht mit persönlichen Empfehlungen.

Ferienhäuser in Skandinavien und auf den Britischen Inseln

Sverige2008 131An der schwedischen Westküste, südlich von Göteborg

Als begeisterte Nord-Reisende haben wir schon einige Ferienhäuser in Skandinavien gebucht. Anbieter gibt es in Hülle und Fülle, und am Anfang haben wir uns an die bekannten Ferienhaus-Agenturen gehalten. Mit der Zeit sind wir davon abgekommen – nicht, weil wir schlechte Erfahrungen gemacht hätten, sondern weil das Spektrum dort – mit Ausnahmen – von den typischen Holzhaus-Kolonien dominiert wird. Gegen die ist nichts einzuwenden, oft bieten sie ausreichend Privatsphäre und meist einen Garten, aber wir hatten mehr und mehr Lust auf schöne nordische Wohnhäuser, die gerne Villa-Kunterbunt-Flair haben dürfen und die nicht zwischen Ferienhäusern stehen, sondern in einem Dorf, auf einem Bauernhof oder auch mal mitten in der Natur.

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IMG_6905Bei Hanko an Finnlands Südküste: Holzvilla mit Sauna

Solche Häuser finden wir über Webseiten, auf denen Privatpersonen vermieten. In Schweden buchen wir gern über http://www.stugknuten.com/, in Finnland haben wir sehr gute Erfahrungen mit http://www.lomarengas.fi/gemacht.

In England gibt es zahllose Holiday Cottages. Wir haben mehrere Anbieter ausprobiert, jedoch keinen klaren Favoriten. Auch beim nächsten Mal werden wir wieder von neuem googeln. Die Preise können hier manchmal schmerzhaft sein.

P1030403Rechts der Wohnturm von Jeremy Irons, daneben ein Hof mit zwei Holiday Cottages

Dafür sind wir mit http://www.shamrockcottages.co.uk/ in Irland sehr glücklich geworden. Von der Mizen Peninsula, einer der fingerförmigen Halbinseln, die an Irlands Westküste ins Meer ragen, streckt sich eine kleine Landzunge gen Süden: Kilcoe. Viele Bewohner gibt es hier nicht, dafür Kilcoe Castle, das Jeremy Irons gehört. Gekauft hat er es von dem Bauern des Nachbarhofs – heute ein älterer Herr, der zusammen mit seiner Frau zwei Cottages auf dem Hof an Feriengäste vermietet. Lage und Ausstattung haben eines der Cottages zu unserem familiären Traum-Ferienhaus gemacht.

Hotels und Appartements

P1050999Volltreffer in Rom: Worldhotel Ripa Roma

Bei der Hotelbuchung tun wir, was viele tun: Wir schauen auf dem Hotelportal www.booking.com nach passenden Adressen. Die Gründe dafür: gute Erfahrungen, für den Notfall meist faire Stornomöglichkeiten sowie die Option, bei der Auswahl nach Familienzimmern zu suchen. Booking.com macht keine Unterschiede und bietet alles an von kuschelig bis nüchtern-businessmäßig, von Klitsche bis Nobelherberge – in Städten genauso wie in ländlichen Gebieten. Wir richten uns bei der Buchung nach Lage, Preis, Beschreibung und den Fotos, die natürlich nicht immer repräsentativ sind für den Gesamteindruck. Dass man mal mehr, mal weniger Glück hat mit seiner Auswahl, ist klar.

P1030331Room with a view: Blick aus dem Ferienappartement im polnischen Posen

Sucht man eine Unterkunft für mehr als zwei Personen, bietet Booking.com oftmals auch Appartements an – eine Option, mit der wir bis jetzt immer gut gefahren sind. Trotzdem wollen wir demnächst endlich Airbnb ausprobieren!

Sonderfall London: Wir waren oft in London; früher ohne Kinder, später mit Kindern. Wir haben alles mögliche an Unterkünften ausprobiert, aber wenn uns jemand nach einem Hoteltipp fragt, haben wir keinen. London ist kein einfaches Reisepflaster; die Preise sind hoch, der Standard oft schlecht. Einmal hatten wir es luxuriös in einem „Serviced Apartment“, aber aufgrund der Kosten war das eine einmalige Erfahrung. Unsere für London mittelpreisigen – sprich: nicht gerade günstigen – Hotels mit Familienzimmern waren immer extrem eng, manchmal aber ganz nett, nie jedoch so, dass wir zu Stammgäste geworden wären. Die Londoner Jugendherbergen haben oftmals einen recht guten Standard. Wir haben das YHA London Central ausprobiert, in dem man durchaus angenehm wohnen kann – allerdings zu einem Preis, der nicht weit unter den Hotelpreisen liegt. London zieht uns magisch an, doch nach unseren letzten Erfahrungen werden wir beim nächsten Mal wohl richtig in die Unterkunft investieren: Von unserem London-Trip zwischen den Jahren sind wir aus einem miesen, aber keineswegs günstigen Hotel mit Krätze nach Hause gekommen…

ANREISE

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Wenn das Ziel nicht zu weit entfernt ist, bevorzugen wir die Bahn für Städtetrips; bei anderen Reisen sind wir gern mobiler und nehmen das Auto. Ähnlich verhält es sich bei weiter entfernten Destinationen: Wollen wir nur eine Stadt anschauen, reicht uns das Flugzeug; ansonsten greifen wir auf die – leider meist nicht besonders günstige – Kombination von Flugzeug und Mietwagen zurück. Im letzteren Falle reisen wir meist nach demselben Muster: Wir fliegen in eine interessante Stadt – Helsinki, Dublin, Montréal -, schauen uns dort für ein paar Tage um und nehmen dann einen Mietwagen, mit dem wir in ländlichere Gegenden fahren.

Bei Flugbuchungen kommen wir meist mit http://www.ebookers.de/aus; manchmal finden wir bei http://www.opodo.de/etwas Günstigeres. Allen, die sich für Skyscanner und andere Möglichkeiten der Suche nach günstigen Flügen im Netz interessieren, empfehle ich die Tipps auf dem Blog Parkvogel.

EIN BISSCHEN ANDERS: USA UND KANADA

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Während wir in der Regel jedes Detail unserer Reisen einzeln und individuell buchen, wenden wir uns bei USA– und Kanada-Reisen an den Veranstalter Canusa. Damit haben wir bei unserer ersten USA-Reise begonnen – eigentlich aus einer Art Sicherheitsbedürfnis heraus. Wir kannten uns kaum aus in Amerika, die Kinder waren noch nicht sehr groß, und wir hatten das Gefühl, wenn wir uns Flug, Unterkünfte und Mietwagen im Voraus von Profis buchen lassen würden, könne weniger schief gehen. Canusa gefiel uns, weil dort nicht nur Rundreisen vorgeschlagen werden, sondern auch die Möglichkeit, eine eigene Route auszuarbeiten und sich dann ein Angebot hierfür erstellen zu lassen.

IMG_5862Endlich mal ein Pool-Bild auf diesem Blog! Unser Lieblingshotel Porches Inn in Neuengland

Obwohl wir bei unseren nächsten Amerika-Reisen kein verschärftes Sicherheitsbedürfnis mehr hatten, fanden wir unsere Canusa-Erfahrungen so gut, dass wir wieder nach demselben Prinzip vorgingen: eine Route ausbaldowern, bei Canusa ein Angebot anfordern und dieses dann feintunen. Das heißt: Wenn Flüge zu teuer sind, andere Reisedaten gegenchecken lassen, zwischen verschiedenen angebotenen Hotels an einem Ort auswählen, hier und da vielleicht nochmal umdisponieren, wenn uns ein Hotelvorschlag nicht gefiel. Uns scheint, wir sind mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis gereist – ein Eindruck, der sich bestätigte, als Canusa für einen kanadischen Ort auf unserer Route kein Hotel im Programm hatte und uns empfahl, dort auf eigene Faust eine Unterkunft zu suchen. Die, die wir fanden, war schlechter und teurer als das, was man uns sonst gebucht hatte. Sprich: Auch weitere Amerika-Reisen würden wir auf dieselbe Weise buchen, wobei es mit Sicherheit völlig unproblematisch ist, Flüge, Unterkünfte und Mietwagen auf eigene Faust zusammenzustellen. Aber unsere nächsten Amerika-Pläne müssen warten, bis der Dollarkurs wieder günstiger ist!

P1110540Québec: Schlafen im größten Blockhaus der Welt