Geld macht, wie allgemein bekannt ist, nicht glücklich. Dass es außerdem weder schön noch einzigartig macht und einen erst recht nicht vor der Lächerlichkeit bewahrt, weiß man spätestens beim Verlassen der Ausstellung „Fette Beute. Reichtum zeigen“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe (bis 8. Februar 2015).

Das Thema Armut, dachten sich die Ausstellungsmacher, wurde und wird in der Fotografie oft dargestellt, aber wie ist es mit dem Gegenstück? Wie sieht Reichtum aus, wenn er auf Fotos gezeigt wird?

MKG_FetteBeute_Barney_Father_and_Sons(c) Tina Barney, Courtesy Janet Borden, Inc., NYCMKG_FetteBeute_Abillama_Evelina(c) Lamia Maria Abilama

Ziemlich oft so, wie man es sich vorstellt: Betuchte Menschen präsentieren sich mit Stolz vor ihrem Besitz. Der ganz offenbar keinerlei gute Laune in ihnen auslöst.

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MKG_FetteBeute_Aarons_Peabody_HaitiDieses Bild und Bild darüber: Slim Aarons (c) Getty Images, Courtesy Staley Wise Gallery New York

Oder Society-Größen treffen sich bei Poolparties mit viel Champagner. Wobei der ostentativ zur Schau gestellte Reichtum manchmal ziemlich abgeschmackt wirkt und die Pose derer, die sich mit ihm zeigen, zuweilen regelrecht peinlich.

Wenn die Reichen dann noch Kinder sind, wird es unter Umständen richtig bedrückend. Wie bei der Serie „Little Adults“, für die die Fotografin Anna Skladmann Moskauer Superreichen-Sprösslinge aufgenommen hat. Da werden Kinder in Szene gesetzt, als wären sie Erwachsene; mit Sakko und Fliege, Schleier oder Stücken aus der eigenen Gewehrsammlung. Zu lachen gibt’s da nichts.

MKG_FetteBeute_Skladmann_JacobDieses Foto und Foto ganz oben: (c) Anna Stadmann

Während es für die erwachsenen Ausstellungsbesucher um die Darstellung von Reichtum in verschiedenen Jahrzehnten und Kulturen gehen mag, kommen Kinder eher ins Grübeln, ob „Ich wär‘ so gerne Millionär“ sich wirklich als Motto für die Zukunft eignet. Wie schön down to earth das Großwerden in einer stinknormalen deutschen Mittelschichtsfamilie doch eigentlich ist, macht der dekadente Tumblr-Blog Rich Kids of Instagram“ deutlich, aus dem die Ausstellung Auszüge zeigt.

Trotzdem: Hingucken macht Spaß. Definitiv auch dem Hamburger Publikum, das aus seiner Stadt ja eine ganz eigene Form von Reichtum kennt – einen Reichtum, der sich ostentativ versteckt und trotzdem nicht zu übersehen ist. Da ist es vielleicht mal ganz angenehm, unverhohlenes Geprotze zu sehen – was möglicherweise einer der Gründe dafür ist, dass „Fette Beute“ so gut besucht ist.