Blexbolex ist ein fantastischer Name. Dahinter verbirgt sich ein Franzose, der eigentlich Bernard Granger heißt, in Leipzig lebt und außergewöhnliche Kinderbücher macht. Blexbolex setzt abstrakte Formen zu Personen und Szenerien zusammen, verwendet expressive Farben und verleiht seinen Bildern durch die leichten Unregelmäßigkeiten seiner Siebdruck-Ästhetik den Charme des Handgemachten. Die Bilder sprechen für sich. Als maximale Textbeigabe bedarf es eines Substantivs.

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Mit diesen sparsamen Mitteln hat Blexbolex jetzt ein Märchen erzählt, das den schlichten Titel EIN MÄRCHEN trägt und bei Jacoby & Stuart erschienen ist.

Grundbausteine der Geschichte sind Schule, Straße, Weg, Wald und Zuhause: die Stationen eines Heimwegs. Immer wieder wird dieser Heimweg erzählt, doch er wird bis zum Ende des Buchs immer länger, immer chaotischer und aufregender. In jedem Kapitel erweitert sich der Weg um neue Gefahren, sämtliche Archetypen des klassischen Märchens treten auf, immer nur beschrieben durch ein Substantiv; den Rest muss man sich denken.

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Neben Hexen und Räubern gibt es Unwetter, Vorzeichen, sogar Armeen und Montgolfieren.

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Doch wie dem auch sei: Am Ende gilt, was bei jedem ordentlichen Märchen gilt: Alles wird gut, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute – in erstklassigem Design.

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