INWIEFERN GEHT DESIGN KINDER UND JUGENDLICHE AN? #DESIGN-DIENSTAG

Ob die Bezeichnung „Oma-Design“ passt, hängt natürlich von der Oma ab. Aber jeder weiß, was gemeint ist: Ältere Damen decken ihre Kaffeetafel gerne mit Blümchengeschirr. Und schmücken ihre Wohnungen mit Gardinen, Deckchen und allerlei Ziergegenständen im gleichen Stil.

Wir sind so sehr an diese weit verbreitete Geschmacksrichtung gewöhnt, dass sie uns kaum auffällt. Aber irgendwoher muss sie kommen. Aus einer alten Zeit, als es noch keine klaren, modernen Formen gab? Nicht wirklich. Dinge in klaren und modernen Formen hat man schon vor hundert Jahren entworfen. Aber scheinbar gibt es viele Leute, die bei solchen Formen nicht anbeißen. Die lieber Blümchen und Schnörkel mögen.

Man hat ja bei so einer verschnörkelten Blümchentasse mit Gold auch viel mehr zu gucken als bei einem geradlinigen weißen Porzellanbecher. Hat die ganze Zeit etwas Hübsches vor Augen – bei einer entsprechend eingerichteten Wohnung sieht man heimelige Motive, wohin man schaut. Keine Spur von Kälte und Leere. Darauf stehen auch viele junge Leute, die sich mit kreativen, bunten, kuschelig gemusterten und geblümten Dingen umgeben.

Aber Oma-Design ist anders. Nichts ist hier frisch, sondern alles über die Maßen vertraut: Die beliebten Blumen, Früchte, Weinranken mögen auf aktuelle Kunststoffe gedruckt sein, aber es gab sie genau so schon früher. Und exakt das scheint sei so beliebt zu machen. Natürlich: In dem Stil weiterzuleben, den man von früh auf gekannt hat, gibt Sicherheit. Und warum sollte man sich von Liebgewonnenem trennen? Doch auch Menschen, deren Vergangenheit gar nicht so schnörkelig war, umgeben sich oft mit einem umfassenden Ambiente im Oma-Design. Als würden sie sich dadurch ein heimeliges Damals erschaffen, das sie so nie erlebt haben und das ihnen Geborgenheit gibt.

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