INWIEFERN GEHT DESIGN KINDER UND JUGENDLICHE AN? #DESIGN-DIENSTAG

Batterien sind sehr alltägliche Dinge. Wenn man welche braucht, kauft man sie in einem Bau- oder Supermarkt und steckt sie dann in ein elektronisches Gerät. Nicht der Rede wert. Bis zu dem Tag, an dem statt der herkömmlichen unattraktiven, sachlich beschrifteten Batterien plötzlich hübsche silber-bunt gestreifte Dinger im Regal hängen und das Alltagsprodukt schlagartig zu einem Hingucker machen.

Solche kleinen gestalterischen Handgriffe sind für viele das, was sie unter Design verstehen. Designprofis würden erklären, dass Design sehr viel mehr ist als die Verschönerung von Gebrauchsgegenständen. Aber natürlich kann Design auch genau das sein: ein kleines kreatives Extra, das das Alltagseinerlei durchbricht und Salz in die Suppe unserer optischen Umgebung streut.

Wozu das gut ist? Für die niederländische Warenhauskette mit den gestreiften Batterien natürlich in erster Linie dazu, mehr Produkte zu verkaufen.  Aber warum kann sie damit rechnen, dass die Leute besonders gern zu hübsch designten Batterien kaufen? Wären Batterien Einrichtungsgegenstände, wäre die Sache klar: Wir würden unsere Wohnung mit ihnen dekorieren und uns regelmäßig an ihrem Anblick erfreuen. Batterien jedoch sind das Gegenteil eines Dekorationsartikels: Ihr Zweck erfüllt sich, nachdem sie in einem anderen Gegenstand verschwunden sind und unsichtbar ihre Arbeit tun.

Was zwischen uns und der gestreiften Batterie passiert, geschieht vermutlich eher in dem Moment, in dem ihr erstmals begegnen – und stehenbleiben.  „Sieh mich an“, scheint sie uns zu signalisieren, „ich kann auch anders. Eine Batterie muss kein unscheinbares Ding sein, sie kann auch hübsch aussehen.“ Statt unsere Erwartungen zu erfüllen, überrascht sie uns – und scheint sich mit leichter Ironie über allzu eingefahrene Gepflogenheiten hinwegzusetzen. Womit dieses bescheidene Gebrauchsprodukt uns einen sympathischen Dienst erwiesen hätte: Immerhin hat es uns mitten in der Einkaufsroutine innehalten lassen, um uns mitzuteilen, dass die Welt manchmal viel bunter ist, als wir meinen, und dass es sich auch lohnen kann, ein einfaches Wegwerfding genauer anzuschauen.

Was es mit dem DESIGN-DIENSTAG auf sich hat, steht hier