Tove Jansson wäre in diesem Jahr hundert geworden, ihre Mumins werden im nächsten Jahr siebzig. Die finnische Schriftstellerin und Malerin hat mit den nilpferdartigen Trollen eine ganze Reihe von Kinderbüchern gefüllt, die nicht nur für Kinder sind. Sie hat Mumin-Comics gezeichnet und Bilderbücher. Darunter MUMIN, WIE WIRD’S WEITERGEHEN? (Leipziger Kinderbuchverlag): ein Buch, das man vielleicht auswählen würde, wenn einem ein einziges Bilderbuch für die Mitnahme auf eine einsame Insel gestattet wäre.

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Existentielle Verzweiflung, Melancholie, schräge Gestalten, Komik und am Ende Geborgenheit und Glück bei der Muminmama: MUMIN, WIE WIRD’S WEITERGEHEN? enthält wie die Mumin-Erzählbände das ganze gefühlsmäßige Auf und Ab des Lebens; stets eng verknüpft mit der Landschaft, die Tove Jansson immer begnadet zeichnet, hier aber auf großen Doppelseiten und in Farbe, außerdem mit kleinen Ausschnitten, die den Blick auf die nächste Seite freigeben.

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Mumin hat sich beim Milchholen verirrt und muss auf der Suche nach dem Heimweg durchs Haus der Hatifnatten, die nicht sympathisch sind und nur eins im Sinn haben: „Elektrisch sein und Tee zu trinken und furchtbar nach Gewitter stinken.“ Er trifft die unangenehme Gafsan, die auch kein leichtes Schicksal hat: „Sie steht mit bösem Blick am Fluss, an dem sie immer angeln muss.“ Am Ende jeder Station auf seinem Irrweg heißt es verständlicherweise: „Ach Mumin, wie wird’s weitergehn?“ Doch am Ende wird die Muminmama gefunden, und sie weiß, was Trost bringt: „Nach dieser langen Reisedauer ist zwar noch Milch da – aber sauer! Doch wichtig ist, es war geschafft, nun trinken alle Beerensaft!“

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Dass man Mumins Irrweg und Tove Janssons Poesie als deutscher Leser so hautnah miterleben kann, liegt an einer fantastischen Leistung der Übersetzer.

Hier geht’s zur Tove-Jansson-Retrospektive anlässlich ihres 100. Geburtstags in Helsinki